
Willkommen zum elektronischen I Ging.

Wer andre kennt, ist klug.
Wer sich selber kennt, ist weise.
Wer andere besiegt, hat Kraft.
Wer sich selber besiegt, ist stark.
Wer sich durchsetzt, hat Willen.
Wer sich gengen lt, ist reich.
Wer seinen Platz nicht verliert, hat Dauer.
Wer auch im Tode nicht untergeht, der lebt.
TAO TE KING  33

Das I GING ist ein altes chinesisches Orakel. Es werden Schafgarbenstengel oder Mnzen geworfen und dann ausgezhlt, daraus errechnet sich dann jede einzelne Linie und daraus ergibt sich dann das Hexagramm, das von unten nach oben aufgebaut wird. Die farbigen Linien mit den Kreisen sind die wandelnden Linien.
Im Programm sind vier WurfMethoden verfgbar; STENGEL-A basiert auf dem Schafgarben-Orakel; STENGEL-Z ist eine verkrzte Version davon; MNZEN nach dem Mnz-Orakel bei R. Wilhelm; EASY ist die reine Random Version. Die letzten beiden haben eine Wahrscheinlichkeitsverteilung von 1:1:1:1.
              
Fr die Stengel-Z Methode gilt:
Fr jede Linie wird dreimal eine Zahl von 1-4 gezogen (jeweils nachdem die Punkte in der Mitte wieder verschwunden sind):
            
I.   1,2,3=>3 oder 4=>2
II.  1,2=>3   oder 3,4=>2
III. 1,2=>3   oder 3,4=>2

Die Ergebnisse werden dann addiert. Damit ergibt sich eine Wahrscheinlichkeitsverteilung von:
6  :  4
7  :  20
8  :  28
9  :  12

Dabei steht die 6 fr die wandelnde Yin-Linie, die 7 fr die ruhende Yang-Linie (---), die 8 fr die ruhende Yin-Linie (- -) und die 9 fr die wandelnde Yang-Linie.
Die Stengel-A Methode hat die gleichen Wahrscheinlichkeiten, ist aber noch komplizierter.

Das Schafgarben-Orakel und das Mnz-Orakel sind nachzulesen bei R. Wilhelm, S. 336 ff.
Die Wahrscheinlichkeitsverteilung ergibt sich ebenfalls aus dem Schafgaben-Orakel, nachzulesen bei H. Wilhelm S. 19.

Das Orakel kann an jedem Punkt des Programms mit den Tasten [j/J], [y,Y] oder [5] gestartet werden, es sei denn, ein Orakel luft gerade.
Es kann zwischen zwei verschiedenen Texten fr die Hexagramm-Urteile gewhlt werden. Als Trick ist es mglich, beide Texte zum gleichen Urteil anzusehen whrend das Hexagramm auf dem Bildschirm ist, indem der Text umgeschaltet und das Fenster zum Redraw veranlat wird.
Mit der Funktion ANSICHT kann das letzte Orakel wiederholt werden.
Mit der Funktion KOPIEREN wird das Orakel ins Clipboard gespeichert.
Mit der Funktion SPEICHERN wird das Orakel als Ascii-Text gespeichert.
Mit FRAGE EINGEBEN kann das Problem, zu dem das I Ging Auskunft geben soll, formuliert werden. Die Frage wird dann auch mit abgespeichert. Allerdings gilt die Frage nur fr das nchste Orakel.
Mit der Option Selbstwahl kann der Moment der Wahl bei der Orakelausgabe selbst bestimmt werden.
Im Einstellungsformular knnen die Pausen bei der Orakelausgabe eingestellt werden.

Es erheben sich natrlich zwei (bis unendlich) philosophische Probleme: Kann das Ganze mit Hilfe des Computers berhaupt funktionieren? und Was passiert da eigentlich im Moment der Wahl, dem 'Augenlick der Wahrheit'?
Ersteres ist natrlich Glaubenssache, so wie alles andere, das fhig ist, emotionale Energie zu mobilisieren (Wilson/Shea, Illuminatus! 2, S.190), wenngleich sich einige Fragen stellen wie z.B.: Inwieweit beeinflut die elektromagnetische Energie des Computers die Wahl, Wirkt sich die Unschrferelation in den verschiedenen Dimensionen des 'Schafgarben-Feldes' und des 'Compi-Feldes' anders aus, Was fr eine emotionale Beziehung hast du zu (d)einem Computer, Wieviel emotionale Energie haben die Konstrukteure und Programmierer investiert (hinein-gelegt),...?
Das zweite Problem betrifft natrlich alle Arten des Orakelnehmens und alles andere im Leben, im Universum, und den ganzen Rest ohnehin.
Jedenfalls liegt bei der praktischen Durchfhrung des Schafgarben-Orakels 'Zeit' zwischen den 18 einzelnen 'Augenblicken der Wahrheit', 'Zeit', in der sich der 'Beobachter' und 'das Universum' unendlich wandeln knnen. Wohingegen der 'Augenblick der Wahrheit' nicht in der RaumZeit lokalisiert werden kann, sowenig wie die eigentliche Achse eines Rades (Vgl Tao Te King 11).
Im Programm die Momente der Wahl zeitlich auseinanderzuziehen ist natrlich nur eine Verlagerung des Problems, da Phnomene, die nicht der RaumZeit unterliegen, mit unserem Alltags-Bewutsein nicht erfahren werden knnen.

Es empfiehlt sich, die Kommentare zu den Urteilen, Bildern und Texten bei R. Wilhelm zu lesen, da die Metaphorik der Originaltexte aus der RaumZeit der Entstehung und Entwicklung des I Ging stammen und daher im hier und jetzt ohne grndliches Studium eher verwirrend wirken.
Es empfielt sich weiterhin, verschiedene I Ging-Ausgaben parallel zu vergleichen, da die bersetzer naturgem unterschiedlich interpretieren.

Als Zugabe gibt es noch das TAO TE KING in der bersetzung von Richard Wilhelm.
Als weitere Zugabe gibt es ein Namens-, Datums- und kombiniertes Orakel, nachzulesen bei N. Eichler, S. 466. Die Funktion erklrt sich wohl selbst. Bei Gegenstnden sollte der Name doppelt eingegeben werden.

Die Idee stammt, natrlich, von Douglas Adams. Wer auf einen roten Knopf besteht, mu sich die Returntaste blau anmalen oder so...

Das Zitat ...lachst du nicht... stammt von R A Wilson aus dem Vorwort zu "Zen ohne Zenmeister". Die englische Version ist zurckbersetzt und mglicherweise nicht ganz korrekt.

Dies Programm beruht auf Version 3.6.0 (GFA 3.6TT) des ELEKTRONISCHEN I GING fr ATARI u.a. TOS-Rechner.
Das Programm ist in GFA-Basic 32bit fr Windows geschrieben.

Das Programm ist FREIE SOFTWARE nach der GNU General Public License.
Nheres siehe im READ_MEW.TXT und GPL.TXT (GPL englisch) bzw GPL_DE.TXT (GPL deutsch).

(K) COPYLEFT  10/09  Zwyrd
             KALLISTI                              Zwyrd

Literatur:

- Lao Tse, Tao Te King, Diederichs DG 19, Mnchen 1978  : Richard Wilhelm
- I Ging - Text und Materialien, Diederichs DG 1, Mnchen 1973   : Richard Wilhelm
- Hellmut Wilhelm, Sinn des I Ging, Diederichs DG 12, Mnchen 1972
- Ulf Diederichs, Erfahrungen mit dem I Ging, Diederichs DG 51, Mnchen 1987(2)
- Michael Sector, Das I Ging Handbuch, Diederichs, Mnchen 1991
- Eranos, Yi Ying - Das Buch der Wandlungen, Zweitausendeins, FFM 2000  : Rudolf Ritsema/Hansjakob Schneider
- John Blofeld, Das Buch der Wandlung I Ging, O.W.Barth, 1999
- Norbert A Eichler, Das Buch der Wirklichkeit, rororo 7921, Reinbeck 1985
- Douglas Adams, Der lange dunkle Fnfuhrtee der Seele, Ullstein TB 22539, FFM/Berlin 1991
- Camden Benares, Zen ohne Zenmeister, Sphinx pocket 64, Basel 1990
- Robert A Wilson/Robert Shea, Illuminatus! - Der goldene Apfel, Rowohlt tb 4696, Reinbeck 1981

IGingW.txt zu IGING4WN32.EXE V 2.1.3
